Weizengras

Neben Gerstengras gehört Weizengras zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit überhaupt. Beide Arten gehören zu den Süßgräsern, welche von unseren Vorfahren durch gezielte Selektion aus Wildgräsern gezüchtet wurden. Heute gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass die Kultivierung der Gräser und somit der gezielte Anbau nahrhafter Getreidesorten Voraussetzung dafür war, dass die Menschen sesshaft werden konnten. Die Erforschung der genauen Inhaltsstoffe und deren Bedeutung für die menschliche Ernährung dauern bis heute an.

Was ist Weizengras?

Weizengras besteht tatsächlich aus den jungen, sattgrünen Trieben der allseits bekannten Weizenpflanze. Dennoch ist Weizengras nicht mit 'Weizen' gleichzusetzen. Während die Körner der Weizenähren einen hohen Brennwert in Form von Kohlenhydraten beinhalten, ist Weizengras absolut kalorienarm. Diese Tatsache und die intensive grüne Farbe rühren daher, dass der Stoffwechsel der jungen Weizenkeimlinge vor allem auf die Herstellung von Chlorophyll ausgerichtet ist. Darüber hinaus bilden die zarten Triebe wertvolle Aminosäuren und Mineralien. Gemeinsam mit dem sich bildenden Fruchtzucker schaffen sie so die Grundlage dafür, dass die erwachsene Pflanze eine außerordentlich energiereiche Getreideähre produzieren kann.

Wie wird Weizengras kultiviert?

Wer die Entfaltung der Energie, die im Weizengras steckt, selbst erleben möchte, sollte ruhig einmal versuchen, das Süßgras aus hochwertigem Saatgut in den eigenen vier Wänden zu ziehen. Um Schimmelbildung zu vermeiden, ist es ratsam, die sattgrünen Triebe in Hydrokultur anzubauen. Da alle, zum Wachstum erforderlichen, Nährstoffe bereits im Korn stecken, ist keinerlei Düngung, sondern lediglich regelmäßiges Gießen erforderlich. Die erste Ernte erfolgt nach zwei bis drei Wochen. Erntefrisches Gras sollte unbedingt rasch verwendet werden, da ansonsten wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.

Praktischer und in jedem Fall eine hervorragende Alternative zum frischen Süßgras ist Weizengraspulver. Die hierfür benötigten Sprösslinge werden im großen Stil in zertifizierten Farmen und Gewächshäusern, unter bestmöglichen Bedingungen, ohne Zugabe irgendwelcher Zusatzstoffe oder Dünger angebaut, zum optimalen Zeitpunkt geerntet und schonend verarbeitet. Es enthält nahezu die gleiche Menge an wertvollen Inhaltsstoffen, wie frisches Gras, ist jedoch stets zur Hand, mehrere Wochen haltbar und lässt sich flexibler einsetzen.

Welche Inhaltsstoffe machen Weizengras so wertvoll?

Ein deutlich sichtbarer Wirkstoff ist das Chlorophyll. Es besteht aus unzähligen fotoreaktiven Biomolekülen und kann nur von hoch spezialisierten Pflanzen gebildet werden. Chlorophyll ermöglicht die Freisetzung von Sauerstoff durch Fotosynthese, ohne die 95 Prozent alles Lebens auf der Erde nicht denkbar wäre. Darüber hinaus stecken in Weizengras beachtliche Mengen an Vitamin A, Vitamin B6, Biotin, Eisen, Kalium, Mangan und Folsäure. Während Vitamin A die Funktion des menschlichen Immunsystems unterstützt, benötigt der Körper Vitamin B6 und Folsäure für zahlreiche Stoffwechselvorgänge, zur Bildung von roten Blutkörperchen und zur reibungslosen Funktion des Nervensystems. Die Mineralstoffe Kalium, Mangan und Eisen sorgen unter anderem für eine intakte Muskelfunktion, einen reibungslosen Energiestoffwechsel und die Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks.

Aufgrund der spezifischen Kombination der Nährstoffe ergibt sich eine hervorragende Bioverfügbarkeit. Das bedeutet, dass der Körper die Inhaltsstoffe leicht aufnehmen und optimal verwerten kann. Aufgrund des enthaltenen Malto-Dextrins kann der menschliche Organismus die Inhaltsstoffe der jungen Pflanzen sehr leicht verdauen. Zudem brauchen sich Allergiker keine Sorgen zu machen: Weizengras, welches im frühen Wachstumsstadium geerntet wird, enthält kein Gluten.

Welche Vorteile bietet der Verzehr von Weizengras?

Bereits die alten Chinesen, die heilkundigen Druiden sowie moderne Naturheiler, wie Hildegard von Bingen, wussten die nahrhafte Weizensaat als heilsames Kraut zu schätzen. In allen Kulturen galten die jungen Triebe der Wild- und Süßgräser als blutreinigend und stärkend. Sogar die Ureinwohner Amerikas nutzten Grasextrakte zur Entgiftung und Wundheilung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Wissenschaftler, sich für die tatsächliche Wirkung zu interessieren und bestätigten den Zusammenhang zwischen gesunder, ausgewogener Ernährung und den positiven Auswirkungen alternativer Heilmethoden.

Wie schmeckt Weizengras?

Die vermeintlich modernen Essgewohnheiten in unseren Breitengraden sind durch zu viel Fett, zu viel Zucker und ein Überangebot an Salz bestimmt. Da es sich bei Weizengras, Weizengrassaft und Weizengraspulver um Produkte ohne jegliche Zusätze handelt, ist der reine Geschmack zunächst ungewohnt. Einsteiger sprechen davon, dass sich ihre erste Begegnung mit dem Superfood anfühlte, als hätten sie auf einem Heuhaufen herumgekaut. Doch nach einer kurzen Zeit der Gewöhnung empfanden sie das frische Grün, ebenso, wie ungewürztes Blattgemüse, geschmacklich sehr rein und erfrischend. Deshalb ist es empfehlenswert, Weizengrassaft oder Weizengraspulver zum Eingewöhnen mit frischem Fruchtsaft zu vermischen und verschiedene Fruchtsaftsorten auszuprobieren. Bereits nach kurzer Zeit werden sowohl die tiefgrüne Farbe als auch der Geschmack des Süßgrases als angenehm empfunden.

Wie kann ich das Superfood verwenden?

Frisches Weizengras lässt sich in Verbindung oder anstelle von Kräutern verwenden, indem es kleingeschnitten über den Salat oder in die Suppe gestreut wird. Einen energiereichen und genussvollen Start in den Tag bietet ein grüner Weizengras-Smoothie. Aufgrund der hoch konzentrierten Nährstoffe benötigen Zunge und Körper ein wenig Zeit, sich an die Intensität des vitalisierenden Getränks zu gewöhnen. Durch die schonende Trocknung ist Weizengraspulver sehr konzentriert. Ein Teelöffel Pulver entspricht etwa einer Tasse voll frisch gepresstem Weizengrassaft. Für das Sammeln erster Erfahrungen empfiehlt sich ein Mischungsverhältnis von 250 ml Saft mit einem halben Teelöffel voll Weizengraspulver. Eine Steigerung der Dosis nach eigenem Ermessen, bis auf täglich dreimal einen Teelöffel Pulver ist ohne Risiken jederzeit möglich.

Manche Anwender nutzen Weizengrassaft auch gegen Schuppen oder Haarausfall, indem sie ihn in die Kopfhaut einmassieren. Bäder mit Weizengraspulver werden häufig für die Gesunderhaltung der Haut eingesetzt. Einige Homöopathen und Naturmediziner empfehlen Umschläge oder Wickel mit Weizengras als Hausmittel zur Linderung von Beschwerden aufgrund von Insektenstichen, Sonnenbrand und Ausschlägen. 

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